Die Paradoxie der Trendforschung

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Allgemein

In seiner aktuellen Ausgabe befasst sich der Design-Podcast „99% invisible“ mit der Frage, wo Modetrends herkommen. Darin berichten die Autoren über zwei Trendforschungsagenturen, die nahezu alle Fashion Labels und viele andere Lifestyle-Unternehmen mit Prognosen zukünftiger Entwicklungen versorgen. Welche Farben werden beliebt sein? Was bedeutet es für die Mode, wenn künftig mehr und mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten? (Die Prognose: Die Jogginghose kommt zurück, in schickerer Form…) Welche Interessen hat die Generation nach der Generation Y? (Das Orakel sagt, die „GenZ“ werde sich verstärkt für Haute Couture und Luxusgüter interessieren. Ob Arbeitgeber sich irgendwann die Generation Y zurückwünschen?)

Ein einträgliches Geschäft mit selbsterfüllenden Prophezeiungen

Der Podcast liefert einige erhellende Einblicken in das Modegeschäft. Bemerkenswert aber wird er dadurch, dass er eine fundamentale Paradoxie der Trendforschung auf den Punkt bringt:

Während die Agenturen ihren Kunden versprechen, sie über aufkommende Trends lediglich aufzuklären, werden die behaupteten Trends womöglich überhaupt erst dadurch kreiert, das die Unternehmen den Empfehlungen der Agenturen massenhaft folgen. Für die Trendforschung ein einträgliches, selbsttragendes Geschäft mit self-fulfilling prophecies. Und ein schönes Beispiel für den performativen Charakter der Auseinandersetzung mit der Zukunft.

Zum Podcast 99% Invisible

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