zwanzig40 – 
Ein Experiment

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Allgemein

Prolog zu einem Experiment. Wo werden Sie 2040 sein?
Mein neuer Blog zwanzig40 befasst sich mit Fragen der Veränderung und der Stabilität

Wie können Perspektiven für die Zukunft entwickelt und umgesetzt werden – für sich selbst, für seine Organisation? Aber auch: wo gilt es, statt auf die pure Dynamik auch auf Kontinuität, Stabilität zu setzen? Zu diesen Themen forsche ich, berate Hochschulen, Kultureinrichtungen und coache Einzelpersonen. Und nun schreibe ich auch dazu. Mal sehen wie lange. Wer kennt schon die Zukunft?

Warum zwanzig40?

Wo werden Sie im Jahr 2040 sein? Es klingt so lange hin. Noch 24 Jahre, Stand heute. Meine aktuellen Studierenden sind dann Mitte vierzig: Womöglich haben sie eine Führungsposition in einem Theater, einem Museum oder einer Stiftung, haben sich selbständig gemacht – oder leben auf einer Farm in Spanien und machen sich mit Freelance-Projekten die flexible (dann gar nicht mehr so neue) digitale Arbeitswelt zunutze. Auch ich werde – so hoffe ich jedenfalls – dann noch arbeiten; und im besten Fall zähle ich nicht die verbleibenden Jahre bis zur Rente. (Wann auch immer das Renteneintrittsalter dann liegen mag.)

Wie können wir uns heute auf eine Zukunft einrichten, die wir nicht kennen? Die Frage ist so banal wie unvermeidlich – jedenfalls, wenn man an Bildungseinrichtungen sein Geld verdient. Denn das ist schließlich die Aufgabe: Studierenden so beim Lernen zu unterstützen, dass das, was sie heute lernen, sich in der Zukunft irgendwie als hilfreich erweist. Und auch im Coaching mit Einzelpersonen geht es letztlich immer um Zukunftsfragen: Wo möchte, wo kann ich künftig arbeiten? Wie kann ich mich in meiner Organisation entwickeln? Doch auch in allen anderen Lebensbereichen entkommen wir der Zukunft schon heute nicht – wir kaufen ein Haus und nehmen einen Kredit auf (die Zinsen sind günstig wie nie!), den wir dann dreißig Jahre lang abbezahlen; wir bekommen Kinder und sorgen uns um deren Zukunft – oder, kurzfristiger: wir planen einen Urlaub, und fragen uns, was im nächsten Sommer wohl ein sicheres Reiseziel sein wird.

Auf diesem Blog werde ich mich mit Zukunftsfragen beschäftigen. „2040“ steht als Metapher für eine Zukunft, die nicht unmittelbar vor uns liegt, aber auch nicht so fern ist, dass sie völlig abstrakt bleibt.

Sie ist nah genug, um zu hoffentlich inspirierenden Fragen anzuregen – und fern genug, um nicht in die Versuchung zu kommen, in die kurzfristige Selbstoptimierungsfalle zu treten, nach dem Motto: wo möchten Sie in drei Jahren sein? (Subtext: „Und wenn Sie da nicht sind, dann sind Sie ein Versager…!“)

Drei Prinzipien

Ich schreibe heute über Zukunftsfragen. Das sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht. (Wie, nebenbei bemerkt, so vieles. Dazu ein ander Mal.) Wenn wir uns mit unserer Zukunft befassen, dann geschieht das immer in der Gegenwart. Und es geht bei Zukunftsfragen, so wie sie mich interessieren, im Kern um das Hier und Jetzt. Davon ausgehend gelten auf diesem Blog drei Grundannahmen, die jeweils in einem ausführlicheren Beitrag erläutert werden:

  1. Das Ignoranz-Prinzip: Wir haben keine Ahnung, was die Zukunft bringt.
  2. Das Performativitäs-Prinzip: Indem wir uns auf eine vermeintlich externe Zukunft vorbereiten, bringen wir sie hervor.
  3. Die Marquardsche Zweizeitigkeits-Prinzip: Wir müssen in der Gegenwart eine Balance finden, aus Zukunft- und Vergangenheitssorientierung, aus Transformations- und Stabilitätsbestrebungen.

Zu all dem und mehr bald mehr. Ich freue mich auf Ihre Kommentare und darauf, dass wir uns hier öfter begegnen, in Zukunft.

4 Kommentare

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